giuseppe-cacciatore
Biographie

(An out of place artist)

Einem Künstler erscheint es oft schwierig, über den eigenen künstlerischen Werdegang zu sprechen oder seine eigenen Werke zu beschreiben und persönlich finde ich es herabwürdigend, denn dieser Ausdruck will den Umfang von etwas festlegen, das in Wirklichkeit keinen Umfang besitzt. Ich habe immer geglaubt, dass Phantasie die einzige wahre Form von Freiheit ist und im Laufe der Jahre anhand von Kreativität versucht, sie mit meinem eigenen Lebensweg in Einklang zu bringen. Der Ausdruck, der mich und meine Arbeit am besten beschreibt, ist de facto eine Art Verweigerung, etwas oder jemand zu sein, also ein „nicht-Künstler“, oder ein Künstler, der irgendwie falsch am Platz bzw. am falschen Platz ist (also MISPLACED), frei von Bezeichnungen und von Konventionen, die Kunst oftmals zu einem reinen Beruf herabsetzen. Mein Projekt „MISPLACEDESIGN“ versucht, dieses Konzept zu realisieren. Meine Bildung und künstlerische Produktion wurden schon immer von meinem Lebensraum beeinflußt. Ich bin im Schatten von „Das fliegende Riesending“ von Gianni Rodari geboren und aufgewachsen, in jener römischen Peripherie, in der das Leben oft mühsam ist und in der die Bewohner eben nur durch Phantasie Erlösung empfinden.

Meine arbeit

In meinem Projekt „MISPLACEDESIGN” habe ich durch Anwendung von Phantasie versucht, die Gegenstände und ihre Funktion zu manipulieren und sie „am falschen Platz“ (MISPLACED) anzubringen, indem ich Kabelbinder zu Schmuckstücken, konzeptionellen Werken und Gegenständen des täglichen Gebrauchs verwandelt habe. Kabelbinder gelten normalerweise als Produkte für eine ausschließlich industrielle Verwendung, durch den kreativen Prozess werden sie aber wertvoll und verwandeln sich in ein Grundelement für die Gestaltung von Kunstwerken – und in meinem Fall sind sie ein wahres „Nahrungsmittel“ für meine Phantasie („cable ties in oil“). Trotzdem das Projekt eine Art Kontinuität mit den künstlerischen Bewegungen der POP- und STREET-Wellen bewahrt, versucht es noch weiter zu gehen und im Falle der Schmuckstücke direkt die Personen als Mittel zur Verbreitung der Kunst zu verwenden. So werden die gefertigten Gegenstände aufgewertet und bestimmen eine neue und festere Verbindung, sowohl mit den Personen als auch mit dem Kontext, in dem sie sich befinden.